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40 Jahre Schubwendetrockner
Technik-Revival - Ein bewährtes Trocknungssystem lebt wieder auf.
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1. Einführung
Die Technische Entwicklung auch im Bereich der Trocknungstechnik schreitet unentwegt
voran. Dennoch gibt es bewährte Systeme und Funktionsprinzipien, die über viele Jahre
Bestand haben. Der Schubwendetrockner, auch Flachtrockner genannt, arbeitet nach so
einem unverwüstlichen Trocknungssystem. Er wurde in den neunziger Jahren nahezu
totgesagt, da sein ursprüngliches Aufgabenfeld der Getreidetrocknung von dem für diese
Aufgabe wirtschaftlicheren Kaskaden-Schachttrockner übernommen wurde. Der
Flachtrockner wird aber aktuell wieder als ein sehr flexibles und universell
einsetzbares Trocknungsgerät entdeckt und erfährt durch die Verwendung von Abwärme als
Heizquelle eine Renaissance.
2. Das Trocknungsprinzip
Der Schub-Wende-Trockner besteht im Wesentlichen aus einem feststehenden Siebboden,
auf den das Produkt mit einer gewissen Schütthöhe aufgebracht wird. Die Luft wird von
unten durch den Siebboden und durch das Produkt gedrückt und tritt nach Durchströmen
der gesamten Schütthöhe entweder frei in die Umgebung aus oder wird von einem
Absauggebläse abgesaugt und abgeführt (Abbildung 2f.). Das Prinzip ist von der
altbewährten Wagentrocknung übernommen, bei der die Ware ohne Bewegung und
Durchmischung in einem Satz getrocknet wird.

Abbildung 1:
stationärer Schubwendetrockner
Bei einem Flachtrockner ist
zusätzlich ein Schub-Wendewerk installiert, das
kontinuierlich das Produkt vorwärts bewegt und dabei
durchmischt. Der Schub-Wende-Trockner kann somit als
Satztrockner verwendet werden, wo eine Trocknerfüllung
vollständig auf die gewünschte Endfeuchte getrocknet wird
und anschließend die Anlage komplett entleert und wieder
mit neuer Ware befüllt wird. Hierbei dient das Wendewerk
als reiner Durchmischungsapparat und zur Entleerung. Zum
anderen kann ein Schub-Wende-Trockner als
Durchlauftrockner genutzt werden. An der einen Seite wird
frisches Produkt auf das Sieb aufgebracht, auf der anderen
Seite erfolgt die Produktabgabe. Die Produktförderung und
Durchmischung erfolgt über das Schub-Wende-Werk.

Abbildung 2: Durchlaufprinzip des Schubwendetrockners

Abbildung 3: Umlaufprinzip des Schubwendetrockners
Somit ist der Schubwendetrockner nichts anderes als ein
Bandtrockner, mit dem Unterschied, daß sich nicht ein Band
bewegt und die Ware fördert, sondern das Produkt über den
Boden transportiert wird.
Natürlich kann man diese Anlage mit den damals gebauten
Geräten nicht mehr vergleichen. Die gesamte Luftführung
ist optimiert und die Anlagen sind jetzt mit der
modernsten SPS-Steuerung ausgerüstet.
3. Die Geschichte
1967: wie alles begann
In Süddeutschland begannen die ersten Bauern mit dem Anbau
von Mais. Hier tat sich nun das Problem der Konservierung
nach der Ernte auf. Der Mais muß binnen kurzer Zeit nach
der Ernte getrocknet werden, um lagerfähig zu sein. Dies
veranlasste Stefan Laxhuber zusammen mit seinen
Mitarbeitern die Entwicklung einer Trocknungsanlage in
Angriff zu nehmen. Kurze Zeit später wurde der erste
Schubwendetrockner gebaut. Mit großer Erwartung wurde zur
Ernte diese Maschine von den Landwirten bestaunt und
bereits für 1968 wurden vier Anlagen verkauft.

Abbildung 4: Der Prototyp der
STELA-Schubwendetrocknungsanlage
Stefan Laxhuber hat sehr früh das Potential dieser
Maschinen erkannt und kurz nach der Entwicklung im Jahre
1968 ein Patent hierauf angemeldet, damals im Namen der
frisch gegründeten Niederlassung in Österreich.

Abbildung 5: Österreichische Patentschrift
1969 startete dann der Boom und allein in diesem Jahr
konnte das Unternehmen STELA Stefan Laxhuber KG schon 34
Anlagen an Kunden in Deutschland und Österreich
ausliefern.

Abbildung 6: Titelbild des ersten Prospektes
Aber die technische Weiterentwicklung blieb nicht stehen.
Nachdem die Trocknungsperiode immer nur auf einen kurzen
Zeitraum im Jahr beschränkt ist, stellte sich für viele
Kunden die Frage: wohin mit der Trocknungsanlage außerhalb
der Trocknungszeit ? STELA gab hier im Jahre 1972 die
Antwort mit der Entwicklung der ersten Schubwendetrocknung
als fahrbares Trocknungssystem. Die Fahrbarkeit stellte
sicher, dass der Kunde seine Trocknung nach Beendigung der
Saison auf einen beliebigen Platz wegräumen konnte und die
Anlage somit nicht störte. Ein positiver Nebeneffekt trat
zudem auf, dass die Anlagen damit auch einen größeren
Werterhalt hatten und Jahre später zu hoch gehandelten
Preisen weiterverkauft werden konnten wenn z.B. der
Betrieb erweiterte und eine größere Maschine benötigte.
1976 zog auch der Export an. In dieser Zeit wurden die
ersten Maschinen sogar bis nach Afrika verkauft

Abbildung 7: Montage einer Schubwendetrocknung in Ghana

Abbildung 8: Schubwendetrocknung in Nigeria

Abbildung 9: Zufriedene Kunden im Iran (ca. 1984)

Abbildung 10: Montage einer Trocknungsanlage in Venezuela
1986
Das Ende der 1970er:
Energie wurde teurer, es mussten Konzepte zur
Energieeinsparung entwickelt werden. Kurzerhand wurden
einige Schubwendetrockner mit Verkleidung gebaut und an
die Kunden ausgeliefert. Mit einem Zusatzventilator konnte
man dann sogar noch die ersten Entstaubungseinrichtungen
mit einbauen und die Staubbelastungen an den Betrieben
reduzieren (siehe auch Abbildung 14).
In den folgenden Jahren entwickelte sich der
Schubwendetrockner im Zuge der Ausweitung des Maisanbaus
zu dem Standardgerät für diesen Anwendungszweck.
Zug um Zug kam dann für die Maistrocknung eine andere,
neue Technik in die Betriebe – der Dächer-Schachttrockner.
Dieser löste dann bis in die 90er Jahre den
Schubwendetrockner als den klassischen Mais- und
Getreidetrockner ab. Aufgrund der Universalität des
Schubwendetrockners bleiben aber noch sehr viele
Nischenbereiche, in denen er nach wie vor gute Dienste
tat. So zum Beispiel die Trocknung von Kürbiskernen,
Karotten, Zichorie, Paprika, Pilzen, Trester etc.
Anfang des 21 Jahrhunderts kamen dann die ersten
Anwendungsfälle zur Trocknung von Holzhackschnitzeln.
Durch die Entwicklung eines neuen Schaufelwerks wurde auch
dieses Gebiet erfasst. Seit jedoch der Biogasboom weltweit
Einzug hält und die Betreiber von Biogasanlagen Wärme
kostenlos zur Verfügung haben, beginnt sich ein neuer Boom
abzuzeichnen. Die Universalität des Anlagentyps ist
prädestiniert für die Trocknung der verschiedensten
Produkte – seien es nun Mais und Getreide oder außerhalb
der Saison Holzhackschnitzel oder, oder, oder.....
2007
Mittlerweile sind 40 Jahre vergangen und ein erfolgreiches
Produkt ist wieder im Aufschwung. Demnächst wird die
1000ste Schubwendetrocknungsanlage ausgeliefert ! Dies ist
eine beachtliche Zahl und diese Stückzahl für einen
einzelnen Trocknungstyp wird auch im eigenen Hause STELA
in Zukunft nur sehr schwer zu übertreffen sein.

Abbildung 11: Schubwendetrockner mit indirekter
Lufterhitzung

Abbildung 12: semimobiler Schubwendetrockner GF 35

Abbildung 13: Trockner Typ MS 30

Abbildung 14: Trockner Typ MS 5 |